Systematisches Brustkrebsscreening ist ein Gebot der gesundheitspolitischen Vernunft. Als Kantonsrätin und Mitunterzeichnerin der Motion 280/2025 setze ich mich mit Überzeugung für die Einführung eines systematischen Brustkrebsscreenings im Kanton Zürich ein. Es ist nicht nur medizinisch sinnvoll – es ist gesundheitspolitisch überfällig.
Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen und betrifft jede achte Frau. Viele Länder und Kantone kennen seit über 10 Jahren systematische Brustkrebsscreenings. Kürzlich haben diverse Studien den Nutzen (auch bezüglich Kosten) solcher Programme ausgewertet – auch im interkantonalen Vergleich in der Schweiz. Es zeigt sich dabei, dass solche Screenings den Aufwand wert sind und Leben retten können.
Tumore werden früher erkannt, wodurch bis zu jeder vierte Todesfall verhindert werden kann. Entdeckte Tumore haben bessere Heilungschancen, benötigen weniger belastende Therapien und Brustrekonstruktionen. Dadurch folgen auch tiefere Kosten, weniger Krankheitsabsenzen und eine bessere Lebensqualität.
Ein oft genanntes Gegenargument sind falsch-positive Befunde. Doch diese sind differenziert zu betrachten: Sie treten vor allem beim ersten Screening auf und sinken bei Folgeuntersuchungen deutlich. Moderne Bildgebung und doppelte Befundung reduzieren sie weiter. Und: Eine schwedische Langzeitstudie zeigt, dass falsch-positive Befunde oft Frühwarnzeichen sind – nicht Fehlalarme, sondern Hinweise auf ein erhöhtes Risiko.
Kurz: Die Fakten sprechen klar für den Nutzen eines Screening-Programms. Es ermöglicht allen Frauen – unabhängig von Einkommen oder Gesundheitskompetenz – eine informierte Entscheidung. Es vermindert Leid, entlastet das Gesundheitssystem langfristig und stärkt die Eigenverantwortung. Der Kanton Zürich hat die Mittel, die Infrastruktur und die Verantwortung, jetzt zu handeln. Wir Freisinnige stehen für Fortschritt – auch in der Gesundheitspolitik.

Monika Keller
Kantonsrätin und Gemeindepräsidentin Greifensee
