Unser 3-Säulen-System ist eine grosse Errungenschaft. Es ist breit abgestützt, flexibel und verbindet Solidarität mit Eigenverantwortung. Doch wie jedes System muss auch dieses weiterentwickelt werden.

Frauen beziehen im Durchschnitt deutlich tiefere Renten als Männer. Die Gründe dafür sind bekannt: unterbrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, tiefere Einkommen – alles Faktoren, die sich negativ auf die Vorsorge auswirken. Es braucht gezielte Anpassungen, damit unsere Altersvorsorge auch für die heutige Realität noch funktioniert.

Die Lebenserwartung steigt stetig. Eine erfreuliche Entwicklung, die aber auch Herausforderungen mit sich bringt. Es ist deshalb notwendig und richtig, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Nur so sichern wir die Stabilität der AHV. Wir bieten Hand für Lösungen, die nachhaltig, fair und finanzierbar sind.

Im BVG ist die Abschaffung des Koordinationsabzugs ein zentraler Reformschritt. Der heutige Mechanismus benachteiligt Teilzeitangestellte. Wer arbeitet, soll auch entsprechend versichert sein, ab dem ersten Franken.

Gleichzeitig braucht es mehr Flexibilität in der dritten Säule. Rückkäufe sollen erweitert werden. Wer eigenverantwortlich vorsorgen will, muss auch die Möglichkeit dazu haben.

Und schliesslich ist die Einführung der Individualbesteuerung überfällig. Die heutige gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren schafft Fehlanreize. Eine faire, moderne Besteuerung stärkt die Eigenverantwortung und eine solide Altersvorsorge.

Was es jetzt braucht, sind gezielte, liberale Reformen mit langfristiger Wirkung. Die FDP hat die Kompetenz und den Gestaltungswillen, diese Herausforderungen anzupacken. Die Lösungen liegen auf dem Tisch – lassen wir sie nicht länger liegen!


Jamie Vrijhof-Droese
Vorstandsmitglied FDP Frauen Kanton Zürich und
Gemeinderatskandidatin FDP Dietikon