Sonja, weshalb braucht es im Kanton Zürich weisse Zonen? Reichen die bestehenden Raumplanungsinstrumente nicht aus?
Nein, die bestehenden Instrumente reichen nicht aus. Zu viele Vorschriften bremsen heute den Wohnungsbau. Deshalb sucht die FDP im Kantonsrat konsequent nach Mehrheiten, um diese Überregulierung gezielt abzubauen. Mit weissen Zonen gehen wir nun noch einen Schritt weiter: In bestimmten Gebieten sollen die Regeln für eine begrenzte Zeit gelockert werden, damit schneller und vor allem mehr gebaut werden kann. Das ermöglicht höhere, grössere und dichtere Überbauungen und schafft zusätzlichen Wohnraum.
Wie lässt sich sicherstellen, dass weisse Zonen für Eigentümer attraktiv und gleichzeitig in der Bevölkerung mehrheitsfähig sind?
Für Eigentümer sind weisse Zonen attraktiv, weil sie mehr Spielraum schaffen und Verfahren verkürzen. Damit ein Projekt auch die Bevölkerung überzeugt, muss es Verdichtung mit
Wohnqualität, lokalen Bedürfnissen und einer guten Erschliessung verbinden. Gelingt dieser Ausgleich, profitieren Eigentümer und Bevölkerung.
Was braucht es, damit das Instrument im Kanton Zürich rasch eingeführt wird und tatsächlich zusätzlichen Wohnraum schafft?
Entscheidend sind politischer Wille und rasches Handeln. Im Kanton Zürich gibt es bereits heute Gemeinden, die weisse Zonen einführen möchten. Damit sie dieses Instrument nutzen können, müssen Regierungsrat und Kantonsrat zügig die nötigen gesetzlichen Grundlagen schaffen. Der Kanton Zug hat das Potenzial weisser Zonen bereits erkannt. Doch auch dort dürfte es noch zehn bis zwölf Jahre dauern, bis die ersten Gebäude in weissen Zonen stehen. Zürich muss schneller sein.

Sonja Rueff-Frenkel
Kantonsrätin
